Neuruppin

Neuruppin ist eine Stadt in Brandenburg, dem Verwaltungssitz des Landkreises Ostprignitz-Ruppin. Hier wurde der Schriftsteller Theodor Fontane (1819-1898) geboren und daher auch als Fontanestadt bekannt. Neuruppin, das seit 1688 Garnisonsstadt ist und nach einem verheerenden Brand 1787 weitgehend im neoklassizistischen Stil wieder aufgebaut wurde, gilt als "die preußischste aller preußischen Städte".

Die Stadt liegt am Ufer des Ruppiner Sees, einem vom Rhein durchzogenen See, etwa 60 km nordwestlich von Berlin. Im Norden erstreckt sich die hügelige Landschaft der Ruppiner Schweiz bis zur Rheinsberger Seenplatte und der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Der Park ist Teil des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land.

Nach mehreren Gründungen im Jahr 1993 ist Neuruppin heute eine der flächenmäßig größten Gemeinden Deutschlands.

Geschichte

Seit der Steinzeit waren die Ufer des Ruppiner Sees besiedelt, im 9. Jahrhundert n. Chr. war die Insel Poggenwerder der Ort eines slawischen Gordes (Burgwall), der wahrscheinlich von polabischen Zamizi-Stämmen erbaut wurde. Möglicherweise wurde die Burg während des Wendenkreuzzuges von 1147 zerstört und um 1200 wurde auf einer gegenüberliegenden Halbinsel eine Flachlandburg errichtet, die ab 1214 als Residenz der Herren von Ruppin diente. Ihre Herrschaft blieb bis zu ihrer endgültigen Eingliederung in die benachbarte Markgrafschaft Brandenburg im Jahre 1524 ein unmittelbarer kaiserlicher Hofstaat.

Der Name Neuruppin bedeutet " Neues Ruppin ", da die ursprüngliche Siedlung von Ruppin (später Alt Ruppin, " Das Alte Ruppin ") rund um das Schloss am nordöstlichen Ufer des Ruppiner Sees lag. Im frühen 13. Jahrhundert, als die Siedlung für die wachsende Bevölkerung zu klein wurde, wurde Neuruppin am Westufer des Sees von den Herren von Lindow-Ruppin gegründet. In einer Urkunde von 1238 erstmals erwähnt, wurde es die erste Gründung des Dominikanerordens zwischen Elbe und Oder, als der örtliche Adlige Wichmann von Arnstein 1246 die Abtei Neuruppin gründete. Heute steht nur noch die Klosterkirche. Seit der protestantischen Reformation heißt sie St. Trinitatis. Am 9. März 1256 erhielt Neuruppin das Stadtrecht, die Stadtmauer wurde errichtet und bis ins Jahr 1500 fertig gestellt.

Im Jahre 1524 wurde das Ruppiner Land schließlich vom Hohenzollernkurfürsten Joachim I. Nestor von Brandenburg als zurückgegebenes Reich beschlagnahmt. Das Kloster wurde im Zuge der Reformation säkularisiert und seine Räumlichkeiten an die Neuruppiner abgetreten. Die Stadt wurde vom Dreißigjährigen Krieg verwüstet, seit etwa 1685 siedelten sich hier französische Hugenotten an. 1688 wurde Neuruppin eine brandenburgisch-preußische Garnisonsstadt.

Nach einem verheerenden Brand 1787 prägt der Neoklassizismus der wiederaufgebauten Gebäude das Stadtbild bis heute. Bis Ende des 20. Jahrhunderts blieb es eine Garnisonsstadt, da hier bis 1993 sowjetische (bzw. russische) Truppen stationiert waren, während dieser Zeit gab es in Neuruppin ebenso viele sowjetische Soldaten wie Einwohner.

 

Website: www.neuruppin.de

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